„Aus Fatalismus ist Hoffnung geworden“ - Zu Besuch in der Kaserne Veitshöchheim

08. Dezember 2014 | Bundeswehr / Verteidigung

Bis Juli war er Kommandeur des „Regional Command North“ der ISAF in Mazar-e-Sharif, Afghanistan, nun ist Generalmajor Bernd Schütt der Kommandeur der Division Süd mit Sitz in der Veitshöchheimer Balthasar-Neumann-Kaserne. Drei Mal war Schütt in Afghanistan stationiert und so wundert es nicht, dass dieses Thema im Mittelpunkt meines Besuches stand.

Seit Walter Kolbow, dem ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, ist die Verbindung der SPD zu den örtlichen Bundeswehr-Standorten sehr eng. Daher mein Besuch.

Von Veitshöchheim aus ist Schütt dafür zuständig, die Ausbildung und Bereitstellung einsatzbereiter Verbände der Division für die Auslandseinsätzen der Bundeswehr zu gewährleisten. Die Krisenherde der Welt waren demnach auch das Gesprächsthema Nummer eins. Von Afghanistan bis zum Kosovo, von dem Terror der IS bis hin zur Bekämpfung von Ebola in Afrika reichte der Gesprächsstoff.

„Im Einsatz gut aufgestellt“

Ich interessierte mich aber auch für Schütts Meinung zur Reform der Bundeswehr und zu den Ausrüstungsproblemen, die aktuell vermehrt in der Presse stehen. Schütts Positionen sind klar: Reformen gab es viele in sehr schneller Folge, nun müsse wieder etwas Ruhe einkehren bei den Soldatinnen und Soldaten. Insbesondere der Wegfall der Wehrpflicht „quasi über Nacht“ musste erstmal organisatorisch aufgefangen werden. „Das hat lange viele Kräfte bei uns gebunden.“ Und zur Ausrüstung: „Wir sind im Einsatz sehr gut aufgestellt, das Material ist gut.“ Man habe hochkarätiges Gerät vor Ort, um das uns andere Nationen durchaus beneiden würden. „Aber wir brauchen noch mehr davon, um unsere Soldaten an diesen spezialisierten Systemen auch adäquat ausbilden zu können.“

Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Arbeit

Beim Thema Afghanistan wird Schütt leidenschaftlich. Er habe selbst gesehen, wie viel die internationale Nato-Mission vor Ort bewegt habe. „Das ist eine enorme Aufbauleistung, die wir jetzt verstetigen müssen“, so der Generalmajor. „Aus Fatalismus, der sich der Gewalt gebeugt hat, ist Hoffnung geworden. 94 Prozent der Kinder gehen jetzt zur Schule, ein bemerkenswerter Wert.

Wir müssen den Menschen etwas zum Verlieren geben“, dann habe Terrorimus keinen Nährboden mehr. „Afghanistan braucht jetzt nach dem militärischen Einsatz vor allem Sicherheit, Gesundheit, Bildung und Arbeit. Hier haben wir insbesondere rund um die großen Städte schon viel erreicht, aber es ist gerade in der Fläche noch viel zu tun.“

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