Der Grüfello, ein Politiker und ganz viele Fragen: Vorlesetag in der Christophorus-Förderschule Würzburg

24. November 2014 | Bildungspolitik

Hier meine Pressemitteilung zum Bundesweiten Vorlesetag:
"Als meine Töchter klein waren, habe ich ihnen abends auch immer Geschichten vorgelesen. Und heute lese ich euch vor.“ Das Eis ist schnell gebrochen und der als „Politiker“ vorgestellte Mann wird neugierig beäugt. „Wer von euch kennt das Buch Der Grüfello?“ Finger schnellen in die Höhe, aufgeregtes Plappern überall. Wild durcheinander werden Geschichten von eigenen Lieblingsbüchern erzählt.Spätestens jetzt ist Bernd Rützel klar: Das wird hier mehr als nur ein einfaches Vorlesen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete ist zu Gast in der Zellerauer Christophorus-Förderschule der Lebenshilfe und sitzt neugierigen Schülerinnen und Schülern gegenüber, für die bereits längeres Stillsitzen eine schwierige Übung darstellt. Und so wird auch das Vorlesen immer wieder unterbrochen. Mal erläutern Rützel oder Schulleiter Martin Wimmer ein schwieriges Wort, mal fängt eines der Kinder an zu erzählen, ein anderes will unbedingt sofort eine Frage an den fremden Mann da vorne loswerden. Schulleiter Wimmer kann den Bewegungs- und Erzähldrang der Kinder kaum bremsen, der Stuhlkreis bekommt eine lebhafte Eigendynamik, die allen Beteiligten viel Freude bereitet.

Ein kleines Lese-Fest

Doch bevor die Kinder in kleine Gruppen mit unterschiedlichen Vorlesern eingeteilt werden, gibt es erst einmal eine standesgemäße Begrüßung im großen Kreis. Das Schulanfangs-Lied wird gesungen, ein Schüler begrüßt den Abgeordneten und bedankt sich bei den Eltern, die andere Lesegruppen übernehmen. Es ist ein richtiges kleines Lese-Fest, das Schulleiter Wimmer und seine Konrektorin Rosemarie Schubertrügmer zusammen mit den Lehrerinnen auf die Beine gestellt haben. Schließlich ist heute Vorlesetag.

Im Rahmen des bundesweiten, von der Stiftung Lesen initiierten Vorlesetages am Freitag, den 21. November, lasen über 80.000 Vorleserinnen und Vorleser an allen möglichen Orten vor, von der Bahnhofshalle bis zum Klassenzimmer. Bernd Rützel hat sich an diesem Tag zwei Förderschulen in Gemünden und Würzburg ausgesucht. „Weil es mir ein besonderes Anliegen ist, auf die Situation all der Menschen aufmerksam zu machen, denen Lesen schwer fällt und die sich in unserer immer komplexeren und komplizierteren Welt immer schwerer tun, die vorgelegten Texte zu verstehen“, so Rützel.

Leichte Sprache als Hilfe

Eine Hilfe, mit der auch Menschen mit Leseschwäche oder Lernschwierigkeiten, Ausländer, ältere Menschen und Menschen mit den verschiedensten Behinderungen Texte besser verstehen können, ist die Leichte Sprache. „Nur Hauptsätze, nur eine Aussage pro Satz, jeder Satz in einer neuen Zeile und Fremdwörter sowieso nicht“, es sei nicht leicht, so Rützel, einen komplexen Sachverhalt nur mit „Subjekt, Prädikat, Objekt“ darzustellen. Und doch fordert der Politiker: „Behörden, Verwaltungen, Institutionen, auch Parteien, müssen mehr als bisher Texte in leichter Sprache anbieten. Sonst bleiben viele Menschen ausgegrenzt“, so Rützel weiter. Insbesondere Formulare und Verträge müssten vermehrt in leichter Sprache abgefasst werden.

Wie toll es ist, vorgelesen zu bekommen – und wie schön es ist, selber zu lesen: das zu vermitteln war Rützel ein besonderes Anliegen bei seinem Besuch in der Förderschule. An diesem Vormittag im November scheint das auch geglückt.

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