Finanzen, Langzeitarbeitslose, Flüchtlinge - Besuch beim Jobcenter Main-Spessart

25. August 2015 | Arbeit

„Wir haben die Dinge im Griff, aber wir brauchen mehr Geld für den Gesamtetat in 2016“, fasst Jürgen König, Geschäftsführer des Jobcenters Main-Spessart, die Situation in Karlstadt zusammen. Ich informierte mich am Montag vor Ort und sprach mit König und seiner Teamleiterin für Markt und Integration, Kerstin Kurz, vor allem über die Finanzlage des Jobcenters.

Das Gesamtbudget des Jobcenters, das sich in Eingliederungs- und Verwaltungsbudget gliedert, erfordert eine immer größere interne Umschichtung, da die Zuweisung der Verwaltungskosten durch den Bund seit Jahren dem tatsächlichen Bedarf nicht angepasst wurde. Das nutze durch den gesicherten, gesetzlich verlangten Personalschlüssel auch den Arbeitslosen, sei aber auf Dauer kein hinnehmbarer Zustand, wie König seinem Gast erläuterte. Ich verwies im Gespräch auf Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die schon länger bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erfolglos auf mehr Geld hierfür poche.

268 Langzeitarbeitslose

695 Arbeitslose sind im Moment im Jobcenter Main-Spessart in der Vermittlung, davon sind 268 Personen länger als ein Jahr arbeitslos und gelten damit als Langzeitarbeitslose. Um diese kümmert sich das Jobcenter nun intensiv, da es über das Bundesarbeitsministerium den Zuschlag für das neue Programm des Europäischen Sozialfonds (ESF) bekommen hat, mit dessen Hilfe den Betrieben und Einrichtungen, die Langzeitarbeitslose einstellen, anfangs bis 75 Prozent der Lohnkosten erstattet werden. 25 Personen könnten so in Main-Spessart über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert werden.

10 Prozent Flüchtlinge mit Berufsausbildung

Weiteres großes Thema war die Integration der Flüchtlinge in den lokalen Arbeitsmarkt. 50 sind im Jobcenter gemeldet, neun haben aktuell den obligatorischen Sprachkurs abgeschlossen, fünf davon sind schon in Arbeit. „Die meisten Flüchtlinge gehen aber nach Feststellung ihres Aufenthaltsstatus in die großen Städte wie Düsseldorf und Frankfurt zu Verwandten und lassen sich nicht dauerhaft im Landkreis Main-Spessart nieder, so König.

In 2016 könnten das aber schon bis zu 200 oder mehr im Jobcenter gemeldete anerkannte Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sein. Dieser Personenkreis bedarf einer besonderen, intensiven Betreuung, zumal es in erster Linie Sprachbarrieren in Verbindung mit Ausbildungs- und Qualifizierungsdefiziten gibt.

Foto: v.l.: Geschäftsführer Jürgen König, SPD-Bundestagsabgeordneter Bernd Rützel und Kerstin Kurz, Teamleiterin für Markt und Integration im Jobcenter in Karlstadt

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