SuedLink: Erdverkabelung erhält Vorrang

15. Oktober 2015

Nach dem Energie-Koalitionskompromiss vom September liegt der Entwurf für die Reform des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) vor, der diesen Mittwoch Gegenstand einer öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag war. Die Sachverständigen waren sich einig, dass am Ausbau des Stromnetzes in Deutschland zum Gelingen der Energiewende kein Weg vorbei führt.

Für die Region besonders wichtig: SuedLink wird laut Gesetz vorrangig mit Erdkabeln errichtet. Statt Strommasten werden bei der Stromtrasse SuedLink Erdkabel verlegt. Mein Einsatz hat sich gelohnt. Diese Gesetzesänderung ist ein Erfolg sowohl der Proteste als auch unserer politischen Bemühungen – ein Erfolg für Mensch und Natur. Ich bin stolz und froh, dass es mir und meinem MdB-Kollegen Alexander Hoffmann gelungen ist, den Vorrang für die Erdverkabelung in das neue Gesetz aufzunehmen.

An der Anhörung in Berlin nahmen auch der Bundesvorsitzende der Bürgerinitiativen gegen Suedlink, Guntram Ziepel, und seine Vorstandskollegin, Veronika Papenhagen-Stannick, teil. Der geänderte Gesetzesentwurf zum Ausbau von Energieleitungen sieht grundsätzlich Erdkabel vor. Freileitungen soll es nur in Ausnahmefällen geben. Dies können etwa Naturschutzgründe sein - zum Beispiel der Verlauf der Strecke durch ein Moor - oder der ausdrückliche Wunsch betroffener Kommunen.

Ein Umdenken hat offenbar auch beim Netzbetreiber TenneT stattgefunden. Während der Anhörung zeigte Geschäftsführer Lex Hartmann klar auf, dass die Erdkabellösung die Planung der Trasse nicht nur beschleunigt, sondern aus volkswirtschaftlichen Gründen auch eine Kostensenkung mit sich bringt. Aufgrund der voraussichtlich geringeren Zahl von Klagen im Planfeststellungsverfahren sei eine Verfahrensbeschleunigung zu erwarten. Darüber hinaus werde die Trassenlänge kürzer.

Die Sachverständigen machten deutlich, dass moderne Erdkabel eine Trassenbreite von nur fünf bis sieben Metern erforderten. Auch die Kosten liegen inzwischen deutlich geringer als zunächst vermutet. Das haben Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums ergeben. Statt einer Verachtfachung ist die Verkabelung nur zwei- bis viermal so teuer wie eine Freileitung.

Ich habe von Anfang an betont, dass die Energiewende den Ausbau der Stromnetze unvermeidbar macht. Notwendigkeiten müssen akzeptiert und gestaltet werden. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, die Belastungen für Mensch und Natur möglichst gering zu halten. Der Erdkabelvorrang ist hierfür der richtige Weg. Vor dem Jahr 2016 wird Tennet wohl keine neuen Vorschläge zum Trassenverlauf unterbreiten. Sicher ist, dass ich die weiteren Planungen ganz eng begleiten werde.

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