Verena Bentele in Würzburg (I): Immer Nacht im Café Blind Date

12. Dezember 2014 | Inklusion

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und ehemalige Spitzensportlerin Verena Bentele war am Donnerstag auf meine Einladung hin zu Gast in Würzburg. Zuerst ging es in das Café Blind Date im Kilianeum, danach an die Ganztags-Grundschule Heuchelhof. Zwei sehr beeindruckende Termine mit einer beeindruckenden Verena Bentele.

Der erste Termin war mitten in der Stadt, im Kilianeum in der Ottostraße. Dort hat die Pfandfinderschaft St. Georg in den Räumen des Bistums Würzburg eine ganz besondere Einrichtung geschaffen: Bis zu 2.500 Gäste (vor allem Schulklassen) begrüßen die Mitarbeiter um Café-Leiter Frederik Merkt jedes Jahr in ihrem Café. Dort gibt es Kleinigkeiten zum Essen und warme und heiße Getränke. Was es nicht gibt: Licht. Denn das Café soll den Sehenden vor Augen führen, wie die Welt für Blinde aussieht. Nämlich: pechschwarz!

Eine sehr beeindruckende Erfahrung. Wir wurden durch eine Licht-Schleuse hineingeführt, hielten uns am Vordermann fest, um nicht verloren zu gehen. Dann wurden wir an Tische geführt und bekamen zu Essen und Trinken. Ganz so, wie es hier mit den Schulklassen gemacht wird. Frederik Merkt und Klaus Schätzlein (vom Café Dom@in) erläuterten hier ihr Konzept: Neben der Stunde im pechschwarzen Café, das vor allem auch mit Hilfe von BuFDis, FSJlern und Jugendlichen aus dem Café Dom@in betrieben wird, bekommen die Besucher hier weitere Einblicke in das Leben von Blinden und Sehgeschädigten.

Im Café Dom@in können die Besucher nach dem eindrucksvollen „Blind Date“ mit Brillen und Taststöcken experimentieren und so erfahren, wie Menschen mit eingeschränktem Sichtfeld die Welt sehen. Auch die Gespräche mit sehbehinderten und blinden Mitarbeitern des Cafés sind beeindruckend. „Wer hier war, der wird selbst noch viele Jahre später anders mit Sehbehinderten in seiner Umgebung umgehen“, ist sich Merkt sicher. „Und das ist auch unser Ziel: wir wollen unsere Gäste sensibilisieren und ihnen verdeutlichen, was es heißt, die Welt nicht mit den Augen erfahren zu können. Viele Kinder und Jugendliche sind sehr aufgeschlossen und nehmen hier mehr mit als aus jedem Unterricht, in dem man dieses Thema trocken behandelt.“

Verständnis für Menschen mit Behinderung – das ist das Ziel des Café Dom@in. Wir konnten uns vor Ort davon überzeugen, dass dieses Ziel Dank der großartigen Arbeit der Mitarbeiter hier tatsächlich erreicht wird. Und daher hatte ich Verena Bentele auch hierher eingeladen: als kleinen dank und Wertschätzung der Arbeit im Café Blind Date. Besuchen Sie auch einmal diese beeindruckende Einrichtung – es gibt hier auch immer wieder Kulturveranstaltungen wie Poetry Slams, Impro-Theater und vieles mehr. Alles im Dunkeln.

Hier finden Sie Infos zu Frau Bentele als Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderung.

Und hier gibt es Infos zu Frau Bentele als Weltbehindertensportlerin und 12-fache Paralympics-Gewinnerin.

Foto: v.l. Bernd Rützel, Verena Bentele, Klaus Schätzlein (Café Dom@in) und Frederik Merkt (Café Blind Date)

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