Via facebook ins Klassenzimmer

Mit der Klasse 10 c der Staatlichen Realschule Gemünden diskutierte ich letzthin über aktuelle Themen

01. Februar 2016

Rede und Antwort zu meiner Arbeit und aktuellen politischen Themen stand ich letzthin der Klasse 10c der Staatlichen Realschule Gemünden. Die besondere Sozialkundestunde am frühen Morgen hatten die Schüler zuvor per facebook mit mir verabredet.

Beeindruckt war ich gleich zu Beginn von den konkreten Vorstellungen, die die Schülerinnen und Schüler mit Blick auf ihre Pläne nach Schulabschluss, haben. Als gelernter Maschinenschlosser plädierte ich entsprechend für Ausbildungsberufe. Zugleich machte ich deutlich, wie wichtig ein lebenslanges Lernen ist. Für mein Amt als stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Kanadischen Parlamentariergruppe bin ich neben meiner Arbeit als Abgeordneter permanent dabei meine Englischkenntnisse aufzufrischen: „Dreimal pro Woche lerne ich morgens ab 7.00 Uhr für eine Stunde Englisch“. Auf die Frage nach meinem Arbeitsalltag berichtete ich unter anderem von meiner Arbeitszeit. Als Mitglied des Deutschen Bundestages kommt man mit Sitzungen, Unternehmensbesuchen, Bürgersprechstunden und Gesprächen locker auf 70 bis 80 Stunden in der Woche – manchmal aber auch auf mehr.

Integration von Flüchtlingen braucht seine Zeit

In der anschließenden Diskussion zum derzeit alles überragenden Thema der Flüchtlingssituation machte ich mit einem umfassenden Blick auf die weltpolitische Gesamtsituation deutlich, dass es keine einfachen Lösungen geben wird. Neben den internationalen diplomatischen Bemühungen und der notwendigen finanziellen Unterstützung der Flüchtlingslager in den Nachbarstaaten Syriens ist es notwendig in der Bundesrepublik sowohl geltende Rechte als auch Pflichten durchzusetzen. Wir benötigen nicht nur mehr Polizisten, die für Sicherheit sorgen, sondern auch mehr Lehrkräfte, die bei der Integration helfen und mehr Personal in den Behörden. Dass dies nicht von heute auf morgen umsetzbar ist, sondern seine Zeit braucht ist nachvollziehbar. Auch die Bevölkerung der Bundesrepublik hat ihre Zeit gebraucht bis sie Grundwerte und Standards, die heute für selbstverständlich gehalten werden, verinnerlicht hätten. So wurde beispielsweise die Gleichstellung der Frau zum Mann in Ehe und Familie erst in den späten 1970er Jahren unter der sozialliberalen Koalition Willy Brandts (SPD) rechtliche Wirklichkeit. Jetzt in der Krise zeigt es sich, dass wir keinen schlanken, sondern einen starken Staat brauchen. Auf die Frage eines Schülers, warum ich gerade in die SPD ging war einfach zu beantworten: der Einsatz für Entmündigte und Schwache sowie der Solidaritätsgedanke waren die Gründe. Es würde mich freuen, wenn sich auch die Schüler vermehrt einmischen und auch in einer der demokratischen Parteien politisch engagieren würden.

Angesprochen darauf, was ich an meinem Beruf als Bundestagsabgeordneter mag, kam ich abschließend zurück auf meine Vorstellung: Es macht mir Spaß mit Menschen über die unterschiedlichsten Themen zu sprechen, immer wieder neue Sichtweisen aufzunehmen und diese in konkrete Initiativen einfließen zu lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft zusammen bleibt. So hat mich auch der Austausch mit der Klasse bereichert und angeregt über das ein oder andere Problem erneut nachzudenken.

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