Von Roadtrips, Baseball und einem Praktikum im United States Capitol

31. August 2015

Oder salopp gesagt: ein Jahr USA. Lisa Bonengel aus Wiesthal berichtete am 27. August ausführlich über ihr Auslandsjahr in meinem Bürgerbüro. Den Interessenten vor Ort wurde ein Einblick in Lisas Auslandsjahr ermöglicht.

Die 22-jährige Main-Spessarterin wurde 2014 vom Parlamentarischen Patenschafts-Programm, kurz PPP, ausgewählt, um ein Auslandsjahr in den USA zu absolvieren. Das gemeinsame Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress ermöglicht Schülerinnen und Schülern, sowie jungen Berufstätigen durch ein Stipendium das Auslandsjahr. Parallel sind junge Amerikaner in Deutschland zu Gast. Als Lisas „Pate“, unterstützte ich die junge Frau, die als einzige aus Main-Spessart auf den fernen Kontinent flog, da aus jedem Landkreis nur ein/e Bewerber/in die Chance auf dieses einmalige Erlebnis bekommt. In meinem Büro fanden sich am Donnerstagabend Schülerinnen mit ihren Eltern und weitere Interessenten ein, um Lisas Präsentation über ihr Jahr in Kansas City zu verfolgen und um Eindrücke zu sammeln.

Kansas City, eine Stadt mit über 600.000 Einwohner, welche den Bundesstaaten Kansas und Missouri angehört, war Lisas sogenannter „Platzierungsort“. Ihre Gastfamilie bemühte sich stets um die junge Deutsche, die dies durch viele Bilder den Interessenten näherbrachte. Lisa besuchte, wie viele gleichaltrige Amerikaner, das College und konnte verschiedene Kurse, wie zum Beispiel Spanisch, belegen.

Neben ihrer Zeit in Kansas absolvierte sie für mehrere Wochen ein Praktikum in Washington D.C. bei einem Abgeordneten des Repräsentantenhauses. Dazu gehörten u.a. Anhörungen in Ausschüssen und diverse Tätigkeiten im Abgeordnetenbüro. Aufgrund der kleinen Runde in meinem Büro, konnte Lisa ausführlich auf die reichlich gestellten Fragen der Schülerinnen eingehen. Sie erklärte zum Beispiel, dass es eine „Kurve“ für das auftretende Heimweh gibt, welches vor allem in der Weihnachtszeit nicht zu unterschätzen ist. Dennoch kamen die Kontakte in den USA nicht zu kurz. Im International Club des Colleges in Kansas City trafen sich junge Leute aus allen Ländern dieser Welt zum Gespräch und geselligen Beisammensein. Weiterhin half Lisa 40 Stunden im Rahmen ihres obligatorischen Freiwilligendienstes geistig behinderten Studenten im Unterricht. In der zweiten Hälfte ihres Auslandsjahres arbeitete sie bei einer deutschen Firma, welche in Kansas City ansässig ist.

Natürlich berichtete die Berufseinsteigerin, die nun plant, ein Studium des International Business Management in Wales zu absolvieren, auch über den amerikanischen Alltag, den manch ein Europäer als ein wenig kurios betrachten könnte. Pancakes gibt es zum Frühstück, vor dem Baseballspiel, neben Football die US-Sportart Nr.1, wird hinter dem Auto gegrillt und die Feiertage sind sowieso eine „große Sache“. Beispielsweise wurde Thanksgiving, in etwa vergleichbar mit Erntedank, in Lisas Familie eine Woche lang gefeiert, was sich vor allem am kulinarischen Angebot bemerkbar machte. Sie berichtete auch über Kirchengänge, die mit Lightshows und Gospelchören so ganz anders ablaufen als hierzulande. Roadtrips, vor allem mit Freunden, kamen auch nicht zu kurz: Silvester in Florida, ein Besuch in Las Vegas und in Colorado und im letzten Monat des Auslandsjahres, welcher üblicherweise zum Reisen ausgewählt wird, besuchte die Wiesthalerin u.a. Hawaii, Arizona und verschiedene Nationalparks. Lisa verwendete in ihrer Präsentation ausschließlich Bilder, welche jedoch aussagekräftig und gut gewählt waren, um den anwesenden Schülerinnen, die sich für ein Auslandsjahr beim PPP bereits beworben haben, ihre Situation und Umgebung in Amerika näherzubringen. Jedoch können Schüler, welche einem anderen Programm des PPP angehören, nicht so einfach reisen und Praktika in großen Städten absolvieren. Sie besuchen die High School anstatt des Colleges und müssen Schulstoff erarbeiten, um in Deutschland die nächsthöhere Klasse zu erreichen, um kein Jahr zu verlieren.

Dass Lisa ein Auto kaufen musste, um in den USA mobil zu sein und dafür auch einen US-amerikanischen Führerschein erwarb, war u.a. Thema in den Vorbereitungsseminaren, die größtenteils hierzulande stattfanden und angesichts der Organisation und der amerikanischen Kulturveränderung einfach notwendig sind. Ein Seminar fand für die 75 jungen Berufstätigen aus ganz Deutschland, die sich am 05. August 2014 auf den Weg über den großen Teich begaben, in New York statt. Dies war ihr erstes Ziel in den USA, bevor sie in die Städte ihrer Gastfamilien gereist sind. Für das Nachbereitungsseminar fährt Lisa im September nach Berlin.

Last but not least erwähnte Lisa Bonengel, für die ihr Amerika-Erlebnis als ihr bisheriges Lebensereignis gilt, dass man sich, um solch eine Chance zu ergattern, nicht verstellen sollte. Das PPP repräsentiert nicht ein Elite-Deutschland, sondern den ganz normalen Durchschnitt unseres Landes. Und für junge Erwachsene, welche nicht über die allgemeine Hochschulreife verfügen, sondern in Ausbildung sind oder waren wie Lisa, ist das Stipendium des PPP die einzige Möglichkeit, solch ein Auslandsjahr zu erleben und ein College zu besuchen. Lisa nutzte diese Chance, um sich international weiterentwickeln zu können.

Der Abend klang in gesellschaftlicher Runde und mit persönlichen Gesprächen zwischen Lisa und den jungen Bewerberinnen aus.

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