Baggern mit Staplerführerschein - „Praxis für Politik“ bei Eichner in Sulzbach

05. August 2014 | Arbeit

„Gut, dass ich erst 2012 meinen Staplerführerschein gemacht habe“, lacht SPD-Bundestagsabgeordneter Bernd Rützel, als er auf dem Bagger der Firma Garten-, Landschafts- und Sportanlagenbau GmbH von Joachim Eichner in Sulzbach Platz nahm. Der Abgeordnete folgte einer Einladung zur Aktion „Praxis für Politik“, mit der den Politikern „die Praxis“ bei Unternehmen näher gebracht werden soll.

Baggern in Sulzbach

Nach Gesprächen mit Joachim Eichner und Rudolf Klingshirn, Direktor des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportanlagenbau Bayern e.V., ging es auf verschiedene Baustellen, auf denen auch angepackt wurde.

Die von Eichner und Klingshirn vorgetragene Situation vieler kleiner und mittelständischer Firmen kennt der stellvertretende Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales. Und insbesondere beim Thema Nachwuchsförderung und Ausbildung war Rützel, bis 2013 Logistikfachmann bei der Deutschen Bahn und Chef von 140 Mitarbeitern, gleich mitten im Thema. „Uns fehlt der Nachwuchs“, klagte Joachim Eichner, „weil die Schulen uns keine geeigneten Bewerber schicken.“ Dabei zahle die Branche gut und verfüge über eine eigene, sehr gute Ausbildungs-Akademie.

Bürokratie kostet Geld

Ein weiteres Problem für die Branche: „Seit über 20 Jahren steigt die Bürokratie rasant“, so Eichner und verwies auf die vielen Stunden, die er nun für „den Schreibkram“ im Büro verbringen müsse. „Damit verdient man kein Geld, das kostet uns nur Geld“. Verbandsdirektor Klingshirn pflichtet bei: „Wir müssen unsere Mitglieder ständig über neue Gesetze informieren und schulen.“

Dass Garten- und Landschaftsbau mehr ist als nur das Setzen von Pflänzchen und das Anlegen von Rasen, bewies Eichner bei einem Rundgang über sein Grundstück und über drei Baustellen seiner Firma. Von Pflasterarbeiten bis Erdmodellieren, vom Anlegen neuer Gräber auf einem Friedhof bis zur Gestaltung ganzer Pausenhöfe an Schulen oder idyllischer (Schwimm)Teiche in Privatgärten – „wir tun mehr als nur Rosen schneiden“, so Eichner selbstbewusst.

Schlechte Zahlungsmoral

Ein Arbeitsplatz beim ihm koste ca. 200.000 Euro. „Da wir als Garten-und Landschaftsbauer eine breite Palette an Arbeiten abdecken, brauchen wir auch eine breite Palette an Gerätschaften. Vom LKW bis zur Rüttelplatte, vom Bagger bis zum Stapler. Das kostet.“ Hinzu käme die teilweise schlechte Zahlungsmoral insbesondere bei öffentlichen Aufträgen. Das alles mache den kleinen Betrieben das Leben schwer, so Eichner.

Eine Sorge indes haben er und seine Kollegen weniger. „Durch den Mindestlohn haben wir Lohn-Dumping ein Ende gesetzt und Firmen, die ihren Mitarbeitern einen fairen, ordentlichen Lohn zahlen so wie Sie, die werden künftig nicht mehr von den Ausbeuter-Firmen unterboten, die ihren Mitarbeitern Hungerlöhne zahlen und sie zum Aufstocken aufs Amt schicken“, so Rützel zu seinem Gastgeber Eichner.

BU: v.l.: Rudolf Klingshirn, Direktor des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportanlagenbau Bayern e.V., Unternehmer Joachim Eichner aus Sulzbach und MdB Bernd Rützel bei Arbeiten auf dem Friedhof in Gunzenbach. Dort verwesen die Bestatteten durch den schwer wasserdurchlässigen, lehmhaltigen Boden nur sehr langsam, weshalb jetzt aufwändig 37 neue Gräber mit Betonschächten angelegt werden.

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