Klartext

2013 hat die CSU die Barrierefreiheit entdeckt. Leere Versprechen, denen bis heute kaum Taten gefolgt sind. Vor allem der barrierefreie Umbau der Bahnhöfe kommt nicht voran. Ein unterfinanziertes Programm von Freistaat und DB läuft 2018 aus. Ob es ein Nachfolgeprogramm geben wird, ist offen - obwohl die Bahn bereit ist, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

In Bayern leben über eine Million Menschen mit einem BehinderungsGrad von mindestens 50 Prozent. Das Thema Barrierefreiheit betrifft aber auch SeniorInnen, Familien, Verletzte und Kranke, die auf Krücken oder Rollstühle angewiesen sind. Sie können viele Bahnhöfe - sei es Gemünden oder Miltenberg, ganz zu schweigen von den vielen kleinen Stationen - nicht oder nur eingeschränkt nutzen. 600 Bahnhöfe im Freistaat sind nur über Treppen erreichbar. Für mich ein schwer erträglicher Zustand. Deshalb setze ich mich intensiv für Barrierefreiheit ein.

Gut, dass der Bund mit dem Zukunftsinvestitionsprogramm für die kleineren Bahnhöfe 50 Mio. Euro zur Verfügung stellt. Die Bundesländer haben 235 Projekte vorgeschlagen. Bayern hat immerhin 24 angemeldet. Ein Eifer, den ich mir für landeseigene Programme wünschte.

Mobilität ist entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe. Der öffentliche Raum muss für alle nutzbar sein. Das ist eine Aufgabe der Politik, der wir uns auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene stellen müssen.

Barrierefreiheit: Für 10% notwendig, für 30% hilfreich, für alle eine Bereicherung!