Lockerung der Corona-Maßnahmen: Zuversicht bei Gemündener Florist Blumen-Többe

20. April 2020

Ein voller Parkplatz und reges Treiben herrschte am Montagmorgen rund um die Gärtnerei Blumen-Többe in Gemünden. Vor Ort machte ich mir ein Bild vom Ablauf der Wiedereröffnung. Im Gespräch mit den Inhabern Sabine Többe-Trabold und Gerhard Trabold informierte ich mich zudem über die Zeit der Gärtnerei während des Corona-Betriebsverbotes.

Die Beachtung der Hygienevorschriften, Abstandsregeln und weiterer Auflagen sind ganz wesentlich für die Öffnung der Läden und auch den Verkauf im Freien, stellte ich eingangs fest. Ich bin froh, dass die Corona-Maßnahmen gelockert worden sind und hoffe zugleich, dass sich die Menschen an die bekannten und neuen Regeln halten werden. Bei Blumen-Többe dürfen sich beispielsweise aktuell drei Personen im Laden und 15 Personen im Außenbereich aufhalten und dort nun auch wieder Blumen, Büsche und sonstigen Gartenbedarf erwerben.

2020-04 Blumen-Többe
Beim Gemündener Floristikfachgeschäft Blumen-Többe erkundigte ich mich bei Sabine Többe-Trabold und Gerhard Trabold (v.l.) über die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen und die Situation bei der Wiedereröffnung (Bild: Barbara Thiel).

Von einem völlig veränderten und teilweise sehr umständlichen Betriebsablauf, berichteten die beiden Ladenbesitzer, die sich für die zahlreichen Bestellungen bei ihren Kunden gerne bedankten. Per Telefon, E-Mail, Facebook und Instagram seien Obst, Gemüse und Setzlinge geordert worden. Insgesamt habe die Gärtnerei mit Lieferservice und Abholung von Bestellungen, die auf dem Betriebsgelände deponiert wurden, 20% ihres üblichen Umsatzes aufrechterhalten können.

Zwei Wochen kompletter Ladenschluss und weitere zwei Wochen eingeschränkter Verkauf gehen an niemandem spurlos vorüber. Zumal die Schließung mitten in die Hochsaison der Gärtnereien gefallen war, denn Frühjahr ist Pflanzzeit. Deshalb hat die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag vor drei Wochen auch schon darauf gedrungen, die Vermarktung von Jungpflanzen durch Gärtnereien wieder zu erlauben. Eine Woche später ist der Verkauf von Setzlingen und Waren, die der Lebensmittelversorgung dienen, wie Obst und Gemüse, dann auch wieder erlaubt worden. Immerhin wenigstens eine kleine Erleichterung. Zierpflanzen, insbesondere Frühjahrsblüher wie Primeln oder Bellis, landeten hingegen auch bei Bumen-Többe vermehrt auf dem Kompost.

Für die neun Mitarbeiter, davon zwei Azubis, wurde direkt zu Beginn der Betriebsuntersagung Kurzarbeit angemeldet. Durch eine anstehende Dachsanierung habe die Inhaberfamilie zudem schon seit einiger Zeit Rücklagen gebildet, die nun in der Krise genutzt wurden, wie mir berichtet wurde. Als Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages bin ich mit dem Kurzarbeitergeld und der Hilfe für Unternehmen vertraut, und wies noch einmal auf die staatlichen Hilfen für Unternehmen bis zehn Mitarbeiter hin, die sich auf je 5000 € für drei Monate belaufen. Die Mitarbeiter können zudem aufgrund der Kurzarbeit für die Zeit der Corona-Krise beim Jobcenter in Karlstadt ergänzende Grundsicherung beantragen, gab ich den Gärtnereibesitzern mit auf den Weg. Ich hoffe, dass sich die Lockerung der Corona-Maßnahmen bewährt und dass unsere Betriebe und Unternehmen schnell wieder auf die Beine kommen. Selbstverständlich wünsche ich allen Betroffenen dafür viel Glück und Erfolg.

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