Klartext

Wer Beschäftigte schwächt, schwächt das Land

Die Angriffe von Teilen der Union und Arbeitgebern auf Sozialstaat und Beschäftigte werden immer aggressiver – und sind brandgefährlich. Sie verunsichern, bremsen die Wirtschaft und bringen genau gar kein Wachstum. Das durchschaubare Spiel: Beschäftigte sollen für Fehler anderer geradestehen, obwohl sie diejenigen sind, die das Land am Laufen halten.

Wer ernsthaft Kranken mit Karenztagen den Lohn kürzen will, hat jeden sozialen und ökonomischen Kompass verloren. Kranke gehören ins Bett, nicht an den Arbeitsplatz, wo sie andere anstecken und sich selbst dauerhaft schaden. Diese Politik ist nicht nur respektlos – sie ist am Ende auch teuer für uns alle. Auch mit den Angriffen auf den Acht-Stunden-Tag und das Recht auf Teilzeit werden Nebelkerzen gezündet. Die sogenannte „Flexibilität“ bedeutet hier: Dauerverfügbarkeit, mehr Stress, weniger Erholung. Besonders schäbig ist das in ohnehin überlasteten Branchen wie der Pflege oder der Gastronomie.

Die Wahrheit ist einfach: Deutschlands Problem sind nicht zu viele Rechte für Beschäftigte. Wachstum entsteht nicht durch Lohndruck, Unsicherheit oder Sozialabbau, sondern durch kluge Entscheidungen und die Leistung der Menschen, die jeden Tag arbeiten. Und ein leistungsfähiger Sozialstaat sorgt für die Sicherheit, die wir alle brauchen, um gut und gerne arbeiten zu können.