Lebensleistung verdient mehr
Die Aussage von Friedrich Merz, die Rente könne künftig nur noch eine Basisversorgung sein, ist ein falsches Signal und brandgefährlich. Eine Rente, die nur das Nötigste sichert, ist nichts anderes als eine sozialpolitische Bankrotterklärung. Wer ein Leben lang gearbeitet hat, verdient Würde, Sicherheit und eine starke Rente, nicht bloß ein Existenzminimum.
Für die allermeisten Menschen ist die gesetzliche Rente die zentrale Einkommensquelle im Alter. Viele haben schlicht kein Geld, um in großem Umfang privat vorzusorgen. Eine „Rente light“ ist mit uns nicht zu machen.
Es ist eine Frage der Gerechtigkeit: Wer jahrzehntelang einzahlt, muss sich auf eine stabile und verlässliche Absicherung im Alter verlassen können. Gerade jetzt braucht es keine Abgesänge auf die gesetzliche Rente, sondern klare Perspektiven. Wir haben das Rentenniveau erst im vergangenen Jahr bis 2031 bei 48 Prozent stabilisiert und damit Sicherheit geschaffen. Das war nötig, damit sich die Entwicklung der Renten nicht von der der Löhne entkoppelt. Ich sage sogar: Langfristig muss das Rentenniveau sogar auf 53 Prozent steigen. So wie es früher war.
Denn die gesetzliche Rente muss den Anspruch erfüllen, den Lebensstandard im Alter zu sichern. Und das auch und gerade für Menschen, die für kleine und mittlere Einkommen ein Leben lang gearbeitet haben. Denn sie haben am wenigsten die Möglichkeit, sich zusätzlich fürs Alter abzusichern. Aber sie haben mit ihrer Arbeit den Laden am Laufen gehalten.
Die gesetzliche Rente bleibt die tragende Säule der Alterssicherung. Betriebsrenten und private Vorsorge können sie sinnvoll ergänzen, mehr aber nicht. Wer das anders darstellt, verkennt die Lebensrealität vieler Menschen.