Wir in Deutschland können stolz auf unsere Arbeit sein. Jeden Tag packen Millionen Menschen an, Jung und Alt halten unser Land am Laufen.
Trotzdem kocht die Debatte um eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nun wieder hoch. Unser Thema sollte sein, wie wir dauerhaft Renten sichern, die den Lebensstandard sichern, für jetzige Rentnerinnen und Rentner genauso wie für die Versicherten, die jetzt einzahlen und die ganz Jungen, die vielleicht noch vor dem Berufseinstig stehen. Stattdessen fordern manche nun wieder einmal, dass wir noch länger arbeiten und erst mit 68 Jahren oder später in den Ruhestand gehen sollen. Unsere Lebensleistung verdient Respekt, Anerkennung und vor allem eine verlässliche Planungssicherheit für die Zukunft.
Neue Daten zeigen jetzt schwarz auf weiß, dass die Menschen in Deutschland schon heute einen riesigen Beitrag leisten. Wir arbeiten im westeuropäischen Vergleich bereits am drittlängsten. Das ist genug, um sich danach einen wohlverdienten, langen und gesunden Ruhestand zu sichern. Eine weitere Erhöhung des Rentenalters ist der völlig falsche Weg. Das Ziel kann und darf es nicht sein, dass Menschen so lange arbeiten, bis sie krank sind und die Altersrente letztlich zur Erwerbsminderungsrente wird.
Und wenn es heißt, dass wir das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung anpassen müssen, möchte ich an daran erinnern, dass die Altersgrenze mit der Anhebung auf 67 stärker erhöht wurde, als die Lebenserwartung im gleichen Zeitraum angestiegen ist. Bis die Lebenserwartung um die zwei Jahre zugenommen hat, um die die Altersgrenze angehoben wurde, dauert es bei Männern laut statistischen Berechnungen im besten Fall noch bis 2035 und im schlechtesten bis 2056. Bei Frauen soll es sogar erst zwischen 2039 und 2069 so weit sein.
Wer sein Leben lang fleißig war, hat ein Recht darauf, die Früchte seiner Arbeit auch lange und gesund zu genießen. Dafür setze ich mich in Berlin mit aller Kraft ein.