Klartext

Hitze macht keinen Unterschied?

Doch. Sie trifft zwar alle – aber längst nicht alle gleich. Wer in einer gut sanierten Wohnung mit Jalousien, Dämmung und vielleicht sogar Klimaanlage lebt, kann sich schützen. Wer dagegen in einer kleinen, schlecht isolierten Wohnung im Wohnblock lebt, hat diese Möglichkeit oft nicht. Gerade Menschen mit wenig Einkommen wohnen häufiger in dicht bebauten Vierteln mit wenig Grün, wo sich die Hitze staut und es selbst nachts kaum abkühlt.

Deshalb sage ich als Sozialpolitiker ganz klar: Hitzeschutz ist Sozialpolitik. Denn besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kranke und Menschen mit Behinderungen. Auch kleine Kinder brauchen besonderen Schutz. In Pflegeheimen, Kitas und Schulen können überhitzte Räume zur echten Gefahr werden. Und wer im Freien arbeitet, kann der Hitze nicht einfach ausweichen.

Was wir brauchen, ist deshalb mehr als ein paar gute Ratschläge zum Trinken und Lüften. Wir brauchen Investitionen: in schattige Plätze, Bäume und entsiegelte Flächen, in Trinkbrunnen und vor allem in unsere sozialen Einrichtungen. Wohnungen müssen so saniert werden, dass Menschen auch bei 35 Grad noch gesund leben können. Und Kommunen brauchen dafür Unterstützung.

Genau hier liegt der Unterschied zur Union: Sie lehnt eine stärkere Verantwortung des Bundes beim Hitzeschutz ab und verweist auf bestehende Zuständigkeiten. Wir als SPD-Fraktion hingegen haben (endlich) verstanden: Hitzeschutz darf nicht davon abhängen, ob eine Kommune zufällig genug Geld und Personal hat. Noch im vergangenen Jahr wurden soziale Einrichtungen bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Das war ein Projekt der Ampelkoalition. 2026 wurden diese Mittel gestrichen.

Für mich ist klar: Hitzeschutz ist keine Luxuspolitik, sondern soziale Verantwortung. Und genau deshalb gehört Hitzeschutz auf die politische Tagesordnung – nicht irgendwann, sondern jetzt. Ja, es wird Zeit. Wir haben es verstanden. Die Union noch nicht.